Radio to go - aber wohin?

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Blip.fm + Flattr.com = Radio 2015?

Dienstag – 19 Uhr: Connect-Termin mit Neuwetz-Blogger Marcel Weiss im Rahmen des Studiums Online-Radio. Es geht um die Zukunft des Radios. Marcel ist fasziniert von Plattformen wie Blip.fm, oder Last.fm. Zugegeben – hier ist der User selbst Musikredakteur. Er kann seinen Musikgeschmack als Vorbild eingeben und erhält einen Stream aus eigenen Stücken und Empfehlungen zurück. Er lernt neue Stücke aus seiner Musikgeschmackumgebung, er hat keine störende Werbung, er muss sich nichts zum tausendsten Mal Robbie Williams anhören. Also eine Art iPod in der Cloud. Aber ist das Radio? Ist das gar eine Alternative zu einem moderierten Gesamtprogramm? Ich finde nicht. Das ist doch kein Radio. Radio ist ein komplexeres Gebilde als ein Musikstream (Sicherlich wird es mehr als spannend, wenn die „klassische“ AC-Musikauswahl keinen Massengeschmack mehr erreicht. Bislang ist es aber –noch- nicht so weit). Radio ist Musik plus Nachrichten, Moderatoren, Comedy… .

Und Flattr.com als Finanzierungsidee: Hörer nutzen das Angebot X an und spenden – je nach Gefallen und Brieftasche – einen Betrag X. Hmm, na ja, nett, da kann möglicherweise ein wenig Geld fließen. Aber das reicht doch höchstens, um eine Plattform mehr oder weniger ehrenamtlich zu führen. (Die TAZ vermeldete nach rund 6 Monaten ca. 7000 Euro Einnahmen mit rückläufiger Tendenz). Eine Redaktion kann so nicht bezahlt werden. Und klappt in Deutschland überhaupt ein Prinzip „Spenden für mediale Leistungen“? Ich befürchte nein, das hat Deutschland nicht so gelernt. Da wir zudem auch nicht gerade als Innovationsjunkies bekannt sind, bräuchte ein Sender wenn ein langen Atem. Heute wäre es jedenfalls äußerst schwierig, einen Etatplan für ein reines Flattr.-Radio zu schreiben.

Insofern  Blip.fm + Flattr.com = Radio 2015

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Wie viel Radiotrend will der Hörer?

Das neue Jahr startet und die Trendwelle rollt auf allen Kanälen: Was kommt dieses Jahr?

klicker/pixelio.de

 Was wird hip, was ist out? Worauf müssen wir vorbereitet sein? Medial stehen dabei natürlich wieder mal Fernsehen, Zeitung und Netz im Vordergrund. Einen – aus meiner Sicht – guten Überblick zum „Status Quo Radio“ gibt JB auf Radioszene.de. Sein Fazit – große Innovationen seien nicht zu erwarten. Aber warum auch? Will der Hörer wirklich einen neuen Trend? Will er einen anderen Musikmix? Will er ein trendiges Radio? Ich glaube (noch) nicht! Bislang gibt es einen die Deutschen von Norden bis Süden einenden  (AC-) Musikgeschmack, um den sich die journalistischen Inhalte – abhängig von Budgetmöglichkeiten  - mehr oder weniger drum gruppieren lassen. Das funktioniert, das eint die Massen, das sind die Zutaten, die die von Hans-Jürgen Krug beschriebenen Radioautomatismen (Radiowecker, Küchenradio, Autoradio) befeuern. Und so trendlos ist das Radio ja gar nicht. Die zahllosen Stationen in Deutschland experimentieren mit den neuen Medien, sind ständig auf der Suche nach dem optimalen Kommunikationsfeld mit dem Hörer und hinterfragen auch (meist) ständig Ihr Programm. In NRW lässt sich z.B. feststellen, dass der aktuelle Programmtrend eindeutig heißt – zurück zu den  journalistischen Wurzeln. Der berühmte Content lebt. Grundsätzlich hat Radio sowieso einige unschlagbare Vorteile: Besonders in kleinen Sendeanstalten lässt sich vieles – in meist zwar engen Finanzgrenzen, dafür aber auch mit überschaubarem Risiko – probieren und schnell umsetzen, Die ständig neu sprießenden Kommunikationsformen im Netz sind eine Spielwiese für die Interaktion Radio-Hörer. Das Problem ist nur, es bekommt keiner mit. Denn so positiv die länderbezogene Radiowelt in Sachen Vielfalt/Innovation ist, so negativ ist sie in Sachen gemeinsamer Selbstvermarktung. Wenn es einen Trend bräuchte, dann den, das Radio muss sich als Gattung besser verkaufen – die Radiozentrale (mit ihrer aufmerksamkeitsstarken Spotkampagne „Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf.“) ist da ja ein guter Anfang. Das ist jetzt auch keine sagenhaft, neue Erkenntnis. Aber besonders zu Jahresanfang fällt es immer besonders auf. Dann kommen z.B. die medialen (TV-)Lautsprecher auf die Straßen gestürmt und stellen Ihre vermeintlichen Programmneuerungen vor. Das Radio läuft weiter automatisch, jeden Morgen, immer frisch und neu und man bekommt es mit – nebenbei.

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Wer braucht DAB+?

Daniel Labs/pixelio.de

Große Aufregung Mitte Dezember: Nach langem Verhandeln, nach diversen Fristverlängerungen, nach zähem Suchen nach zusätzlichen Geldgebern war es am 15. Dezember doch soweit: Sendenetzbetreiber Media Broadcast und fünf private Radiobetreiber (zu den 5 Sendern siehe…)waren sich einig. Sie wollen DAB + gemeinsam auf den Weg bringen. Den letzten „finanziellen Schubs“ hatte wohl der britische Chiphersteller „Frontier Sillicon“gegeben (seine Chips sind in den neuen DAB+Empfängern enthalten). Er versprach, die beteiligten Radiosender in den nächsten vier Jahren finanziell zu unterstützen. „Just in time“, denn just an diesem Tag lief die von der KEF – offiziell: Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten - aufgestellte letzte Frist aus. Damit scheint der Weg frei für weitere 42 Millionen Euro Fördergelder.

Prompt gab es huldvolle Worte wie z.B. vom ARD-Vorsitzenden Peter Boudgoust: „Wenn jetzt alle Beteiligten so konstruktiv zusammenarbeiten, wie es sich im Augenblick abzeichnet, bin ich zuversichtlich, dass das Radio eine gute Perspektive hat, sich auch in der digitalen Welt den Stellenwert zu erhalten, den es heute über UKW hat“.

Klingt schön, ist vielleicht auch schön, aber wer braucht DAB+? Auf der schweizerische Seite digiradio.ch werden die Vorteile von DAB so beschrieben: Ausweitung der Vielfalt, Platz für Spartenprogramme, kein Frequenzsalat, Möglichkeit für Zusatzdienste wie Anzeigen der Playliste, CD-Cover, zusätzliche Dienste unabhängig vom Programm. „Na und“ kann ich da nur sagen, haben wir doch schon. Jeder Radiosender, der eine (einigermaßen zeitgemäße) Homepage und einen Stream anbietet, kann diesen Nutzwert für den Hörer vorhalten und tut es.

Wo ist dann der Sinn, soviel Geld in die neue Technologie zu pumpen. Rund 200 Millionen sollen es nach Inge Seibel-Müller seit Anfang der 90er Jahre schon gewesen sein und der Erfolg – überschaubar bis nicht erkennbar. Das an sich ist ja schon traurig. Hinzu aber kommt – waren Anfang der 90er Jahre die erwähnten Zusatznutzen noch etwas Besonderes (und gaben dem Projekt einen Grund, es umzusetzen), hat das Internet diese inzwischen alle vereinnahmt. Und das Internet ist für uns alltäglicher Umgang, für Radiohörer eine gelernte und jederzeit nutzbarer Verlängerung des Programms und auch gelernter Verbreitungsweg. Und das Internet haben wir schon (demnächst auch im Auto) Warum also DAB+, warum immer weiter Geld in eine Idee stopfen, der 90er Jahre Sinnhaftigkeit verschwunden ist und damit auch jeglicher Grund, ein entsprechendes Extragerät zu kaufen (siehe auch sueddeutsche.de)???

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MM, „Radio to go“ und die Frage – warum blogge ich?

Ich liebe Radio, ich glaube an die Zukunft dieses Medium und ich studiere seine Zukunft. Im Rahmen dieses Studiums startet dieses Blog. Vielleicht (hoffentlich) wird es ein Trichter für Radioideen. Denn es passiert viel, aber wie immer beim Radio, viel überall. Und – kaum Einer bis Keiner weiß, was der Andere macht. Wer kennt z.B. die neue innovative Playliste von Radio Fritz vom RBB oder das übersichtliche Archiv vondetektor.fm, Wer weiß, wie viel facebook braucht der Sender oder ist die Sender-App das allheilbringende Mittel? In diesem Blog möchte ich solche Themen aus meiner Antennensicht anschneiden und bestenfalls Ideen aus der großen Radiowelt sammeln.